JSB - Jeunesse Sportive de Bassam - Fußballschule
 
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DIE GEBURTSSTUNDE DER JEUNESSE SPORTIVE DE BASSAM

geschrieben von "Tony" alias Ibrahima Sacko



"Tony" alias Ibrahima SACKO
brandgefährlicher Stürmer der 1. Promotion

Während der Schulferien im Jahre 1993 wurden die Kinder von Grand Bassam eingeladen, an Trainingseinheiten, zum Zweck der Auswahl von Talenten für eine neugegründete Mannschaft, teilzunehmen. Diese Trainingseinheiten wurden von Monsieur Jacky initiiert, Eigentümer des Hotels "Assoyam Beach Club" am Strand gegenüber dem Zivil-Gefängnis von Grand Bassam. Er hat Monsieur Lucien OURAGA als Trainer engagiert. Diese neuformierte Mannschaft hatte aber nur ein spezielles, kurzfristiges Ziel. Man wollte eine Bassamer Jugend-Mannschaft in einem Gala-Spiel gegen die Mannschaft der Jugend-Akademie Mimosifcom von ASEC Mimosas antreten lassen. Die Jugend-Akademie Mimosifcom wurde vom Franzosen Jean-Marc Gouillou gecoacht, einem Freund von Monsieur Jacky.

Die von Coach Lucien Auserwählten waren unter anderem: Tony, Boloki, Lasso, Cyriaques, Gomis, Baco, Hyacinthe, Petit Eric, Hibou, Gustave, Marius, Albert, Dame (Torwart), Arouna etc...
Die Plätze des Stadions Municipal von Bassam, von Moossou und des Modernen Gymnasiums dienten uns als Trainingsgelände.

Als Termin für das Gala-Match wurde der 13. September 1994 festgelegt.

Unterdessen stieß ein neuer Spieler namens Désiré DJEJE zur Mannschaft. Er wurde von Didier, einem unser größten Fans mitgebracht.

Am Tag des Gala-Spieles war das Stadion voll besetzt. Wir spielten auf einer viertelgroßen Spielfläche zu 8 gegen 8. Die Jugendspieler der Akademie (1999 wurden dieselben Spieler  mit ASEC MIMOSAS -mittlerweile waren die Jungs 17-18 Jahre alt- sensationeller Supercup-Sieger Afrikas) erteilten uns eine gehörige Lektion und besiegten uns mit sage und schreibe 20:3. Unsere Torschützen waren: Tony, Lasso und Cidy.

Nach dieser Blamage schämten wir uns, da die Leute sich über uns lustig machten. Überall wo man lang ging, hörte man nur "20:3". Einige meiner Fußballfreunde, die den Spott nicht mehr ertragen konnten, haben sogar, trotz ihres Talentes, aufgehört Fußball zu spielen. Auch Monsieur Jacky zog sich zurück. Dank der Liebe, die Coach Lucien für uns empfand, hielt er die Truppe zusammen. Im Laufe der Zeit kamen immer wieder neue Spieler dazu, während andere die Mannschaft verließen. Coach Lucien trainierte uns weiter, ohne finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben. Meine Begeisterung für den Fußball und den Wunsch Fußballer zu werden, habe ich Coach Lucien zu verdanken, der mein allererster Trainer war.

Danach kam die Zeit der "Generationen".
Während der Schulferien 1995 nahmen wir an einem Maracana-Turnier teil (Handballspielfeld mit kleinen Toren (1m x 1m)). Lucien bildete zwei Teams, denen er die Namen "Generation 1" und "Generation 2" gab. Wir bekamen einen riesigen moralischen Aufschwung bei diesem Turnier, weil wir die Zuschauer bei jedem unserer Spiele magisch anzogen. Wie vorbestimmt erreichten beide "Generations-Teams" das Finale.

Bei diesem Turnier entdeckte Coach Lucien weitere Talente wie Sangare oder Abson für unsere Mannschaft. Wir setzten das Training mit den Neuhinzugekommenen fort und trafen uns regelmäßig bei Coach Lucien zu Versammlungen. Freundschaftsspiele gegen Bonoua, Atiake etc. wurden organisiert und auch Coach Lama Bamba (Nationaltrainer, jetzt Trainer von Stade Abidjan) interessierte sich für uns. Kein Tag war wie der andere. So geschah es, dass uns Coach Lucien eines Tages die Tür vor der Nase zuschlug und wir ohne Trainer dastanden. Außerdem verletzte sich unser bester Verteidiger Désiré DJEJE bei einer Trainingseinheit schwer (Bruch des Oberschenkelknochens in Höhe des Knies). Damit war für ihn das Fußballspielen für immer vorbei. Für einige Monate blieben wir ohne Coach, unsere Fußballverrücktheit blieb bestehen und wir spielten Spiele gegen die Kiosk-Verkäufer (les Diallo). Wir waren nicht mehr dieselbe Mannschaft von früher. Es musste etwas geschehen. Didier der schraubstollentragende Mittelfeldspieler wollte mir dabei helfen.

Die eigentliche Geschichte der JSB beginnt im Jahre 1999.
Am Abend des sensationellen afrikanischen Supercup-Sieges von ASEC MIMOSAS gegen ESPERANCE TUNIS, die ausschließlich mit ihren Talenten aus der Jugend-Akademie antraten, fühlte ich mich unwohl in meiner Haut. Ich beschloss, alle alten Freunde aus der Zeit mit Jacky bis zu der von Lucien, zu einer Versammlung bei mir zu Hause einzuladen. Ich machte den Vorschlag, eine Mannschaft zu gründen, die an der Stadtmeisterschaft (Interquartiers) teilnehmen sollte. Spieler, die dann in den Spielen ihr Können unter Beweis stellten, würden Verträge in einem Club bekommen. Dies war zu Anfang mein erstes Ziel.
Zur besseren Organisation schlug ich die Wahl eines Vorstandes vor. Jeden Freitag Abend hielten wir bei mir zu Hause unsere Versammlungen ab, bei denen jeder Spieler einen Betrag von 250 CFA (~0,40eur) einzahlte. Ich war der Präsident und zugleich Schatzmeister; Didier war mein Sekretär.
Unserer Mannschaft gaben wir den Namen J.S.B. -Jeunesse Sportive de Bassam.

Nun ging es darum, an den Spielen der Stadtmeisterschaft teilzunehmen. Diese Stadtmeisterschaft wird von mehreren Mannschaften bestritten, die mit guten Spielern aus der 1. und 2. ivorischen Liga bestückt sind. Ich möchte Monsieur Barro erwähnen, dem wir sehr viel zu verdanken haben sowie der Gruppe "Lais Cool J", die sich an den aufzubringenden Teilnahmegebühren beteiligt haben. Coach Lucien kam zurück, konnte sich aber nicht mehr so häufig um uns kümmern, weil er bereits eine andere, an der Stadtmeisterschaft teilnehmende Mannschaft, trainierte. Somit betraute er den verletzten Désiré DJEJE mit dieser Aufgabe und Désiré wurde schließlich unser Coach. Einige Male verzweifelte er mit uns, denn er war ja auch noch jung. Ich ging zu Monsieur Bally und appelierte an ihn, unser Coach zu werden. Danach war ich in Mali und bei meiner Rückkehr, 3 Monate später, stellte ich fest, dass man sich entschlossen hatte mit Désiré als Coach weiterzuarbeiten.

In dieser Zeit hat J.S.B. wie eine Familie zusammengehalten, wir waren jeden Tag zusammen und es gab keine Streitereien. Am Vorabend eines Spieles zahlte jeder Spieler einen Betrag von 250 CFA (~0,40eur) ein damit wir uns eine Spielkluft ausleihen konnten. Bei den Versammlungen wurde immer Tee getrunken. So trafen wir in dieser Zeit auf Monsieur Matthias Feurich aus Deutschland, der anfing uns zu unterstützen um das zu werden, was wir heute sind.

Erstes Manschaftsfoto vom Juli 2000
Stehend von links: Seydou, Boris, Kaba, Didier, Bolo, Abson, Jespy, Cidy, Matthias Feurich, Seka, Coach Désiré
Sitzend von links: Kampala, Ange, Tony, Valéry, Burin, Boban, Moukila, Cyriaques

 

 

JSB - Jeunesse Sportive de Bassam 2002